Gestatten: Castor fiber

Körperlänge: 80–95 cm, Schwanzlänge 20–35 cm. Der Biber ist das grösste Nagetier Europas.
Gewicht: 18–25 kg, maximal 30 kg, Weibchen sind schwerer als Männchen
Alter: frei lebend bis 17 Jahre, gefangen maximal 35 Jahre
Paarung: im Februar, findet im Wasser statt
Geburt: jährlich ein Wurf, im Juni mit 2 bis 4, maximal 5 Jungen
Junge: werden mit Fell und offenen Augen geboren; können schwimmen, aber noch nicht tauchen
Sinnesorgane: Sehsinn schwach, feiner Geruch-, Gehör- und Tastsinn
Gebiss: 20 Zähne, 4 Schneidezähne, wachsen dauernd, mit hartem Zahnschmelz
Nahrung: reiner Pflanzenfresser
Lebensweise: dämmerungs- und nachtaktiv, lebt im Wasser und an Land
Reviergrösse: 1–3 km Flussufer für eine Biberfamilie
Bau: lebt in selbst gebauter Biberburg oder -bau

Biber sind soziale Tiere. Die Elterntiere bleiben ein Leben lang zusammen und bilden mit den dies- und vorjährigen Jungtieren eine Familie. Die Jungen lernen, wie man Dämme, Baue und Burgen baut, wie man Bäume fällt und wie der Wintervorrat gesammelt wird.
Biber begrüssen sich regelmässig mit „Eskimoküssen“, d. h. sie stupsen sich mit der Nase. Sie spielen oft miteinander, schwimmen und tauchen synchron. Gerne putzen sie sich lang und ausgiebig gegenseitig das Fell. Ritualisierte Ringkämpfe, Scheinangriffe und Lautäusserungen bei Aggressionen verhindern, dass die Schneidezähne als tödliche Waffen gebraucht werden. Die Jungen, die im Frühling im Biberbau zur Welt kommen, werden sehr fürsorglich betreut. Im Verlauf ihres dritten Lebensjahres machen sich die Jungtiere auf, um sich ein eigenes Revier zu suchen, wo sie eine neue Familie gründen können. Dabei müssen sie immer wieder bereits besetzte Biberreviere oder Strassen und Autobahnen durchqueren. Kämpfe mit anderen Bibern und der Strassenverkehr führen zu grossen Verlusten dieser Jungbiber.